Waldorfpädagogik

Vorbilder für sein Spielen: Ein Kind lebt alles mit, was in seiner Umgebung geschieht. Es ahmt nach, was Mutter und Vater, Geschwister, was die Erzieher tun. Dadurch fügt es sich in die Welt ein. Ein Kind taucht ein in die Art, wie die Erwachsenen handeln, fühlen, sprechen und denken. So entwickelt es am Vorbild sein eigenes Verhalten.

Anregung zu reichem Erleben im Spiel: Ein Kind muss Sprache hören und sprechen, singen, malen, schauen, tasten, aber auch sein Empfinden im freien, aus der eigenen Phantasie entspringenden Spiel äußern dürfen. So bilden sich seine Sinnesorgane und die Fähigkeit, die Welt zu erleben und sich in ihr vielfältig zu äußern.

Die erste Lebenszeit folgt im Wachstum, in der Entwicklung der Organe, im Erwerben der ersten Fähigkeiten einem natürlichen Rhythmus. Dieser kann gefordert, aber auch gestört und vielfältig beeinträchtigt werden, wenn die äußeren Bedingungen seiner Entfaltung entgegenstehen. Daraus erwächst den Eltern und Erziehern eine gemeinsame Verantwortung. Nie wieder ist der Mensch so lernwillig und bildsam, nie erwirbt er so viele Fähigkeiten wie in der frühen Kindheit. Das Spielen des Kindes ist die fruchtbarste und schöpferischste Zeit, in der die Keime für die späteren Lebensphasen der Biographie gebildet werden. Was und Wie gespielt werden soll, zeigt uns das Kind in den Schritten seiner Entwicklung selbst. In den ersten drei Jahren lernt es spielend stehen, gehen, sprechen, Gedanken fassen. Bewegungen, seelische Äußerungen und innere Aktivität sind natürliche Stufen seiner Entwicklung, die sich in die späteren Phasen des Spielens und Lernens fortsetzen.

In der ersten Spielstufe (1-3 Jahre) ist Bewegung für das Kind die Grundform seines Spielens. Es wird zu dem, was es spielt. Es lebt im Ergreifen, Wiederholen von allem, was sich ihm anbietet. Es kann und will alles aus allem machen. Hier gilt es, diese Aktivität durch natürliche, einfache, die Phantasie freilassende Spielmaterialien anzuregen.

Ebenso wichtig ist die Bedeutung von Rhythmus und Wiederholung. Erst dadurch erfährt das Kind neben Sicherheit und Geborgenheit eine Stärkung in heute längst nicht mehr selbstverständlichen Fähigkeiten wie Durchhaltekraft, Konzentrationsvermögen oder innere Ruhe.

Unser immer wiederkehrender Tages-, Wochen- und Jahresrhythmus gibt den Kindern Vertrauen und Sicherheit.

Die Waldorfpädagogik will fördern, was das Kind selber für seine Entwicklung fordert. Erzieher und Eltern sind aufgerufen, das Kind liebevoll zu schützen, zu pflegen und zu begleiten.